Von Unheilig bis Farid Bang: Das sind die CDs der Woche

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Von Unheilig bis Farid Bang: Das sind die CDs der Woche

Was passiert neues in den Plattenregalen? Unheilig wagen den Blick in die Vergangenheit und Farid Bang den Weg in den verbalen Infight. Die Black Lips träumen von den 60ies und Ayo vom Sommer in einer besseren Welt.

Unheilig – Alles hat seine Zeit. Best of Unheilig 1999-2014

Gerade noch beim ESC-Vorentscheid – jetzt schon auf großer Retrospektive im Plattenregal. Unheilig, die Band des „Graf“, veröffentlicht ein Best Of. Und anders als bei den meisten anderen Stars macht das durchaus Sinn. Schließlich schafften Unheilig erst mit dem sechsten Studioalbum den Durchbruch. So findet sich dann auch etwa mit „Sage ja!“ ein Song vom Debüt „Phosphor“, das den einen oder anderen Sympathisanten überraschen könnte. Für eingefleischte Fans gibt es auch ein Kaufargument: zwei neue Stücke als Bonus.

Farid Bang – Killa

Mit großen Fanfaren und dem Track „Farid Bumaye“ beginnt Farid Bangs fünftes Soloalbum – und dann geht es auch schon mitten ins Getümmel: Der Gangster-Rapper mit den 1,4 Millionen Facebook-Followern erklärt deutlich, was er mit seiner Konkurrenz vorhat. Mal humorvoll-jugendfrei („Muskeln kommen nicht, wenn du beim Training Casper hörst“). Meist doch eher über das weit gesteckte Thema „Ficken“. Damit ist der Standard für die Tracks von „Lutsch“ bis „Maskuliner“ gesetzt. Niveaufrei läuft das trotzdem nicht ab: Denn was makellosen Flow und Reime angeht, hat Farid Bang tatsächlich allen Grund für Selbstbewusstsein.

Black Lips – Underneath The Rainbow

Für ihre kommende Tour hat sich die US-Retro-Psychelic-Rock-Band Black Lips etwas Besonderes einfallen lassen: Zu den Auftritten wird der passende Geruch in die Halle geliefert. Erinnern soll die Parfümierung an „Ozean“, „Mond“, „Jeans“ und „Feuer“, wie es heißt. Das neue Album zur Tour, „Underneath The Rainbow“, erklärt die Wahl mit Leichtigkeit: Da dengelt, knarzt und gniedelt es satt in den E-Gitarren-Spuren. Und zum Odeur der Jeanswesten der Hippie-Eltern aus den 60ern und dem Lagerfeuer könnte man vielleicht noch den dezenten Duft der Biker-Lederjacken hinzufügen. Ein Spaß für einen ganz langen Roadtrip.

Ayo – Ticket To The World

Ayo stammt aus Kerpen – und ist in Frankreich wesentlich bekannter als in Deutschland. Dort erreichen ihre Alben regelmäßig die Top Ten. Mit „Ticket To The World“ könnte eigentlich auch hierzulande der Durchbruch kommen: Ayo breitet mit ihrem Gesang weicheste Samtteppiche aus – und hält mit der Musik gebührenden Abstand zu den Genreklischees. Als Hintergrundideen klingen Reggae und Folk durch; bisweilen Rap und etwas Sozialkritik. Die Melodien besitzen Popformat. Und derart relaxt ist das Album ein astreines Halbjahresticket durch den Sommer.

My Sad Captains – Best Of Times

Die Londoner Band My Sad Captains veröffentlicht nicht ihr erstes Album. Sondern ihr drittes. Aber das erste auf einem etwas größeren Label. Und das beweist vielleicht: Die Leisen und Verträumten, die Perfektionisten brauchen etwas länger, um wahrgenommen zu werden. Verdient haben sie es trotzdem. Auf „Best of Times“ machen My Sad Captains Indie-Pop, der sich vorsichtig und wie schlafwandelnd durch einen feinen Nebel aus Synthies, zarten 80ies-Assoziationen und ausgefeilten Gitarrensprengseln tastet. Und sind damit auf den Spuren von Genre-Größen wie The Radio Dept.

Das kommt sonst noch:
Babe – Volery Flighty +++
Bibi Tanga – Now +++
Bill Callahan – Have Fun With God +++
Chakuza Feat. Joshimizu – Raf Camora Zodiak +++
CHAMPS D- own Like Gold +++
Citrus Sun – People Of Tomorrow +++
Crippled Black Phoenix – White Light +++
Der Plusmacher – Fsw/Freieschwarzmarktwirtschaft +++
Diary Of Dreams – Elegies In Darkness +++
Dierks Bentley – Riser +++
Don Williams – Reflections +++
Donato – Enzo +++
Download – Eleven Stages +++
Egotronic – Die Natur Ist Dein Feind +++
Ezio – Adam And The Snake +++
Findus – Vis A Vis +++
Finner – The Seaside Stories +++
Foster The People – Supermodel +++
Francois & The Atlas Mountains – Piano Ombre +++
Generator Spring Offensive – Young Animal Hearts +++
George Michael – Symphonica +++
Ginga – Yes/No +++
Gus G. – I Am The Fire +++
Habib Koite – Soo +++
Hundreds – Aftermath +++
Juanes – Loco De Amor +++
Kico – Reboot +++
Kylie Minogue – Kiss Me Once +++
Laas Unltd. – Blackbook II +++
Linda Perhacs – The Soul Of All Natural Things +++
Lombego Surfers – Ticket Out Of Time +++
Lonski & Classen – All Tomorrow Is Illusion +++
Lost In The Trees – Past Life +++
Maschine – Maschine +++
Metsatöll – Karjajuht +++
MiMi & The Mad Noise Factory – Nothing But Everything +++
Miss Platnum – Glück Und Benzin +++
Miyavi – Miyavi +++
Moebius Neumeier Engler – Another Other Places +++
Nick Waterhouse – Holly +++
Pavlov’s Dog – Has Anyone Here Seen Siegfried? +++
Profane Omen – Reset +++
Ringworm – Hammer Of The Witch +++
RPWL – Wanted +++
Savage Messiah – The Fateful Dark +++
Saxon – St. George’s Day Sacrifice – Live In Manchester +++
Shit Robot – We Got A Love +++
Sisyphus – Sisyphus +++
Subway To Sally – Mitgift +++
Suicide Silence – The Mitch Lucker Memorial Show +++
Taking Back Sunday – Happiness Is +++
Teitanblood – Death +++
The Melodic – Effra Parade +++
The New Mastersounds – Therapy +++
The Pretty Reckless – Going To Hell +++
Too Tangled – Stay Reckless +++
The War On Drugs – Lost In The Dream +++
Twin Forks – Twin Forks +++
Tycho – Awake +++
Y.G. – My Krazy Life +++
Young Money – Rise Of An Empire +++