Smudo: „Mein Leben klingt geil“

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Smudo: „Mein Leben klingt geil“

Nach drei "Madagascar"-Abenteuern machen sich die animierten Pinguine Skipper, Kowalski, Rico und Private nun selbstständig. Synchronisiert werden die tierischen Geheimagenten in der deutschen Version des Films von den Fantastischen Vier. spot on news sprach mit Rapper Smudo.

Die einen sind die beliebtesten animierten Geheimagenten Hollywoods, die anderen Deutschlands erfolgreichste Hip-Hopper: Für das Kino-Abenteuer „Die Pinguine aus Madagascar“ liehen die Fantastischen Vier den tierischen Hauptdarstellern erneut ihre Stimmen. Die Nachrichtenagentur spot on news sprach mit Fanta4-Kopf Smudo (46) über wahr gewordene Kindheitsträume und warum er und seine Bandkollegen sich auch für TV-Werbung nicht zu schade sind.

Sie sind erfolgreicher Musiker, fahren in Ihrer Freizeit Autorennen, haben den Pilotenschein und synchronisieren einen Pinguin im Animations-Film „Die Pinguine aus Madagascar“ – ist Ihnen bewusst, dass Sie quasi den Traum aller Kinder leben?

Smudo: So zusammengefasst klingt mein Leben natürlich ganz geil! Ich habe das Kind in mir bewahrt und das Glück, viele Dinge verwirklichen zu können und damit teilweise auch noch meinen Lebensunterhalt verdienen zu dürfen. Bewusst gewählt habe ich diesen Weg nie, aber ich bin froh, dass es so gelaufen ist. Wobei man schon relativieren muss: ich brauche nicht permanent Adrenalin oder die große Bühne. Ich finde auch alltägliche Sachen ganz toll: Kaffeekochen zum Beispiel. Außerdem hat es auch Nachteile, immer auf Achse zu sein. Andere Väter haben sicherlich mehr Zeit für ihre Familien.

Ihre beiden Töchter können sich den Papa dafür in den „Madagascar“-Filmen anhören.

Smudo: Klar, aber groß beeindrucken kann ich sie damit nicht mehr. Die kennen das ja schon, dass der Papa mal im Radio oder Fernsehen ist. Ich werde sogar dafür geschimpft, wenn ich einen Text, den ich für einen Film eingesprochen habe, dann nochmal vor dem Fernseher laut mitspreche.

In einem Werbespot für den Sender Sky, den Sie gemeinsam mit ihren Fanta4-Kollegen gedreht haben, schwärmen Sie für „Dirty Dancing“. Sind Sie ein Fan von Liebesschmonzetten?

Smudo: „Dirty Dancing“ habe ich noch nie gesehen, keine Ahnung, worum es da eigentlich geht. Aber die Produzenten haben mich vermutlich wegen meines schauspielerischen Talents als den peinlichen Typen ausgewählt…

Manche Künstler halten Werbung ja für das Gegenteil von Kunst.

Smudo: Kann ich nachvollziehen. Aber nicht jeder Werbespot ist nur tumbe Marktschreierei. Ich würde behaupten, dass Filme, in denen wir als Fanta4 dabei sind, auch einen gewissen künstlerischen Anspruch haben. Darauf legen wir auch Wert, denn der Deal heißt ja nicht nur: Geld gegen Gesicht. Sondern das Endergebnis wird ja mit uns in Verbindung gebracht. Dessen sind wir uns bewusst und deshalb nehmen wir viele Angebote auch nicht an. Die Kooperation mit Sky haben wir gesucht, weil es einfach gut ist, einen TV-Partner zu haben und im Fernsehen präsent zu sein, wenn man, wie wir, ein neues Album vermarkten möchte.

Deswegen auch „The Voice“?

Smudo: Jein. Die Leute dort wollten uns schon in der Staffel davor, da hatten wir aber noch keinen Bock. Dann haben wir uns mit der Sendung befasst und gesehen, dass dort alles etwas anders als bei anderen Castingshows abläuft. Auch wie Max Herre den Juror-Job im letzten Jahr gemacht hat, hat uns gefallen. Dann dachten wir uns: Okay, es ist unser Jubiläums-Jahr, nehmen wir das auch noch mit. Nur weil ich etwas unter anderem aus Gründen der PR mache, muss ich mich ja trotzdem wohl dabei fühlen. Das ist bei „The Voice“ definitiv der Fall. Zudem sehe ich uns nicht rein als Musiker, sondern als Unterhaltungskünstler.

Es ist relativ ungewöhnlich, dass Prominente so offen über Synergien in der Branche sprechen.

Smudo: Alles andere finde ich scheinheilig. Natürlich mache ich dieses Interview vor allem, um den Film und die Fantastischen Vier zu promoten. Alle wissen das. Und ich sehe in alldem auch kein Problem und keinen Widerspruch, zu meinen künstlerischen Tätigkeiten. Wir bringen uns in vielen Dingen außerhalb der Musik ein. Das war schon immer so und wird hoffentlich noch lange Zeit so sein.